Die Hochwässer an Enns und Steyr
Seit der Gründung von Siedlungen an den Flüssen Enns und Steyr leben die Bewohner dieser Region mit den Gefahren der Hochwasserereignisse.
Katastrophale Überschwemmungen und Zerstörungen forderten immer wieder zu Höchstleistungen bei Flussverbauungen und Brückenbauten heraus.
An der Enns werden die Hochwasserstände seit Jahrhunderten markiert und aufgezeichnet, um Erfahrungswerte zu sammeln. Der erste diesbezügliche Hinweis ist in den Annalen des Stiftes Garsten mit 1012 datiert.
In Valentin Preuenhuebers „Annales Styrenses“ sind fast lückenlos die großen Hochwässer von 1210 bis 1605 erwähnt, ebenso beim Steyrer Historiographen Franz Xaver Pritz für die Jahre von 1600 – 1850.
Aufzeichnungen des Stiftes Garsten, des Magistrates Steyr, der Innerberger Hauptgewerkschaft, der zuständigen Landesstellen und in jüngerer Zeit der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, welche auch rückwirkende Berechnungen durchführte, geben einen kontinuierlichen Überblich über die Hochwässer an den Flüssen Enns und Steyr.
Inhalte > Archiv der Stadt Steyr, Loc.
Pegel Ortskai (Stadt Steyr, unterhalb der Steyr-Einmündung)
Datum | Wasser in m3/s Pegelstand | ||||
20.07.1567 | |||||
29.07.1567 | |||||
08.07.1572 | (Größtes Hochwasser | ||||
1736 |
| 7,8 m | |||
12.09.1899 | 3180 | ||||
10.07.1903 | 2280 | ||||
09.07.1914 | 2100 | ||||
06.09.1920 | 2035 | ||||
02.06.1921 | 2035 | ||||
13.07.1959 | 2320 | ||||
01.07.1975 | 2360 | ||||
01.08.1977 | 2460 | ||||
03.08.1991 | 2282 | ||||
12.08.2002 | 3100 |
| 7,5 m | ||
9.08. 2006 | 5,8 m | ||||
Juli 2007 | 5,6 m | ||||
24.06.2009 | 5,5 m | ||||
|
| ||
|---|---|---|---|
| |||
| |||
Text aus alten Dokumenten
Preuenhueber, Valentin „Annales“
1558: „In diesen Jahr thäten die angeflossenen Wasser abermahl großen Schaden; Und weilen wie vormahls öfter, sonderlich aber Anno 1551 geschehen den Bürgern von Steyer viel Holz verrunen.“
1567: „Der 29. und 20. Juli seyn die beyden Wasse, Enns Und Steyr dermaßen angeflossen, dass die Grösse derselben alle vorige anno 1538 und 1539 und seither gewesenen Wasser-Güsse um ziemliche Manns-Länge überstiegen. Und alle Brücken, Stege, Mühlwerk, Fluder, Schleiffen und eine große Menge Holz weggetragen und auch sonsten mercklichen Schaden gethan.“
1572: „Im Monath Julio, ist abermahl ein grosser und erschrecklicher Wasser—Guss entstanden, welchen dem droben erwähnten Anno 1567 weit übertroffen; Und hat das wider erbaute, und zu einer Lateinischen Schul zugerichtete Predigerkloster, die ganze Stadt-Mauer, nach der Enns herauf, die zwey obern Thore, die Thürme an der Enns, die Fleisch-Bäncke, Zehent Stadel, auch etliche Häuser im Enns-Dorf, deren Gemäuer man bey kleinen Wasser noch in der Enns liegen siehet, weggerissen. Desgleichen alle Brücken, die Hammerwercks-Wesen, mächtigen und viel tausend Gulden Schaden gethan.“
1598: „Im Monath August dieses Jahres, entstunde abermahls ein grosser Wasser-Guss, der hat gewähret vom 16ten bis den 25ten gemeldeten Monaths. Und wie solch angeflossenen Gewässer aller Orten, sonderlich an denen beyden Rad- und Hammerwerckes sowohl, als an den Rechen merklichen Schaden gethan. Also geschähe dersgleichen auch allhie. Da dann unter andern alle Brücken umgeworfen, auch sonst an den Werckgaden und Schluchten nicht geringer Schaden zugefügt, also dass gemeine Stadt zur Reparirung dessen, Arbeit und Unkosten genug aufzuwenden hatte!











